Was ist der Basiszinssatz?
Der Basiszinssatz ist der quasi-risikolose Zinssatz im Kapitalisierungssatz der Unternehmensbewertung. In Bewertungen nach IDW S1 – und damit in nahezu allen gutachterlichen Bewertungen in Deutschland – repräsentiert er die Verzinsung der risikolosen Anlagealternative über die Laufzeit der zu bewertenden Zahlungsströme.
Der Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) im IDW empfiehlt, ihn aus der Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen abzuleiten – konkret aus den Svensson-Parametern (β0, β1, β2, β3, τ1, τ2), die die Deutsche Bundesbank börsentäglich veröffentlicht. Diese Parameter modellieren die laufzeitabhängige Verzinsung. Daraus wird der barwertäquivalente Einheitszinssatz für die Bewertungslaufzeit berechnet und auf 0,25 Prozentpunkte gerundet.
Methodik des Rechners
Der Rechner zieht die tagesaktuellen Svensson-Parameter direkt aus dem Bundesbank-Datenfeed. Aus den Zerobond-Renditen werden die Diskontfaktoren für die Detailplanungsperiode und die ewige Rente bestimmt. Der angezeigte Basiszinssatz ist der gerundete barwertäquivalente Zinssatz nach FAUB-Methodik – derselbe Wert, den auch gutachterliche Bewertungen typischerweise verwenden.
Tieferer fachlicher Kontext: Kapitalkostenermittlung in der Unternehmensbewertung, Anwendung im M&A-Prozess, konkrete Bewertungsmandate.
Häufige Fragen
Was ist der Basiszinssatz nach IDW S1?
Der Basiszinssatz ist der quasi-risikolose Zinssatz, der in Unternehmensbewertungen nach IDW S1 als Bestandteil des Kapitalisierungszinses verwendet wird. Er repräsentiert die Verzinsung einer alternativen, risikolosen Anlage über die Laufzeit der zu bewertenden Zahlungsströme. In der Praxis wird er aus der Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen abgeleitet – der hier veröffentlichte Wert basiert auf der täglich aktualisierten Svensson-Kurve der Deutschen Bundesbank.
Wie wird der Basiszins barwertäquivalent berechnet?
Die barwertäquivalente Methode bestimmt den einheitlichen Zinssatz, der bei flacher Zinsstruktur denselben Barwert der erwarteten Cashflows ergibt wie die tatsächliche, laufzeitabhängige Zinsstruktur. Dazu werden die Zerobond-Renditen der Svensson-Parameter (β0, β1, β2, β3, τ1, τ2) der Bundesbank für die jeweiligen Laufzeiten verwendet. Die hier implementierte Berechnung folgt den FAUB-Vorgaben des IDW und rundet auf ein Viertelprozent.
Warum auf 0,25 Prozentpunkte runden?
Der Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) im IDW empfiehlt, den Basiszinssatz für die Bewertungspraxis auf 0,25 Prozentpunkte (¼-%-Schritte) zu runden. Diese Konvention reduziert die Scheingenauigkeit des aus Tageskursen abgeleiteten Zinssatzes und erleichtert die Vergleichbarkeit von Gutachten.
Welche Datenquelle liegt zugrunde?
Die Berechnung verwendet die täglich von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter der Svensson-Zinsstrukturkurve (Sekuritäten des Bundes mit Restlaufzeit bis 30 Jahre). Diese Parameter werden aus dem täglichen Datenfeed der Bundesbank gezogen und für die Berechnung des barwertäquivalenten Zinssatzes für die gewählte Detailplanungsperiode und ewige Rente verwendet.
Kann ich das Ergebnis in einem Gutachten verwenden?
Der Rechner liefert ein indikatives Ergebnis nach der etablierten Methodik und dient allein der Orientierung. Für ein Gutachten muss der Bewerter die Berechnung selbst durchführen und die zugrunde liegenden Daten eigenverantwortlich prüfen: Die Methodik ist nach IDW S1 (auch IDW S 1 i.d.F. 2026) dokumentationspflichtig und wird ausschließlich vom Bewertungs-Sachverständigen verantwortet. Der hier angezeigte Wert wird automatisiert aus dem Datenfeed der Deutschen Bundesbank berechnet. Ändert sich deren Schnittstelle oder Datenformat, können Fehler entstehen. Wir übernehmen daher keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und keine Haftung für die Verwendung des Ergebnisses. Zitieren Sie im Gutachten nachvollziehbar mit Stichtag, Quelle und Rundungsregel und übernehmen Sie nicht nur den Zahlenwert.